Der Digitale Arbeitsplatz

Wie verändert die Digitalisierung Leben und Arbeitswelt?

Vieles hat sich geändert seit dem 20. Jahrhundert, der Zeit, in der man noch Postkarten schrieb, im Laden bar bezahlte und den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin in der Kneipe kennen lernte. Von einer „Digitalen Revolution“ sprechen viele und sagen voraus, dass Emails, paypal und Dating-Portale nur der Anfang waren. Genug Stoff also, um darüber nachzudenken, wie die Digitalisierung unser Leben und unsere Arbeit verändern wird.

Digitalisierung: Revolution oder Revolutiönchen?

Smombies laufen durch die Strassen
Jugendwort des Jahres 2015: „Smombie“ = Mischung aus „Smartphone“ und „Zombie“. Foto: Duncan Harris from Nottingham, UK (Mansion House) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Eine Revolution wälzt alles bestehende um und bringt etwas gänzlich neues hervor. Oder doch zumindest etwas sehr neues. Und tatsächlich lässt auch mich die Tatsache, dass viele Menschen heute 85 Mal am Tag ihr Smartphone checken vermuten, dass sich etwas Fundamentales geändert haben könnte. Andererseits: Wir schreiben immer noch Postkarten, zahlen oft immer noch bar, treffen uns oft immer noch real. Und selbst etwas von Geburt an so Unpraktisches wie das doofe alte Fax ist anscheinend nicht tot zu kriegen. Anscheinend gibt es immer dort, wo Revolution ist auch Kontinuitäten und Beharrungskräfte.

Fünf Veränderungen in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung

Eine Forscherinnengruppe der Technischen Universität München wollte es etwas genauer Wissen und hat kürzlich rund 50 Digitalisierungs-ExpertInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Politik befragt, wie sich ihrer Meinung nach die Arbeitswelt verändern wird. Das vorläufige Ergebnis lässt sich in fünf Punkten zusammenfassen (wer es etwas genauer wissen will: hier):

  1. Das Arbeiten wird räumlich und zeitlich flexibler: Also Arbeit beispielsweise auch von zuhause aus und gerne auch mal nachts.
  2. Wir sollen/müssen lebenslang Lernen
  3. Beim täglichen Arbeit wird mehr Technologie eingesetzt (fast egal in welchem Beruf)
  4. Die Arbeiten werden schneller, komplexer und herausfordernder (einfache Tätigkeiten werden wegautomatisiert)
  5. es wird mehr in Teams gearbeitet, gerne auch mal nur für kurze Zeit (Projektteams)

Das sind zumindest ein paar Ausgangsthesen, die ich sicher in kommenden Beiträgen wieder aufgreifen werde. Sehr gut an dem Artikel fand ich, dass die Autorinnen versucht haben, für alle fünf Punkte Vor- und Nachteile zu beschreiben. Wenn wir beispielsweise den ersten Punkt „Flexibilisierung“ heraus nehmen, fällt Euch bestimmt auch sowohl positives als auch negatives daran ein, oder?
Was mir in der Auflistung noch fehlt ist die globale Perspektive. Auch dazu gibt es auf diesem Blog bald mehr.

Stellmacher und Lehrlinge
Der schwedische Stellmacher Meister Lundin und seine drei Gesellen/Lehrlinge waren schon um 1840 eine Art Projekt-Team, allerdings ein analoges.

Veränderungen in der Lebenswelt

Der „Eine-Welt-Faktor“ ist auch das erste was mir eingefallen ist, als ich darüber nachgedacht habe, wie die Digitalisierung mein tägliches Leben verändert haben könnte. Ich kann beinahe immer und überall mit Freunden weltweit in Kontakt sein, die sich beinahe überall auf der Welt befinden können.

Zug vor Bergpanorama: Mobilität heute und morgen
Mobilität ist sicher ein Faktor, der sich durch die Digitalisierung weiter verändern wird. Was kommt wohl noch alles?

Ach ja und auch Mutti (viele Grüße!) schreibt schon seit langem Emails, so dass ich nicht jedes Mal mit der Deutschen Bahn ins Allgäu fahren muss, wenn es etwas zu besprechen gibt. Von Berlin aus dauert das übrigens rund 8 Stunden und 39 Minuten, weil auf der Bahnstrecke Berlin-München seit 1992 am „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8“ gebaut wird. dauert (entspricht durchschnittlich knapp 80 km/h). Als Historiker kann ich mich wohl damit trösten, dass es zu Meister Lundins Zeiten mit der Postkutsche 6 Tage gedauert hätte. Die schaffte damals ca. 100 Kilometer am Tag.

Welche Veränderungen durch die Digitalisierung ist in Eurem Alltag und/oder im Berufsleben am wichtigsten? Welche ist besonders gut oder besonders schlecht? Und über welche soll ich hier bald mal einen Blogbeitrag schreiben? 😉

 

Ich freue mich über Eure Anmerkungen und Kommentare!

 

Thema am nächsten Freitag: Eins und Null – was ist Digitalisierung?

 

Dr. Klaus Neumann ist Historiker in Berlin und Autor des Blogs DigitalHammer.net. Er interessiert sich besonders für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelt. Er hat unter anderem Bücher zur Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland (2013) und zur „Freiheit am Arbeitsplatz“ (2015) veröffentlicht.

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