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Garantiert ohne Abmahnung: gemeinfreie Bilder von Pixabay

Grumpy Vorbemerkung: Auch Creative-Commons Lizenzen sind mitunter abmahngefährdet

Webmaster wissen, dass sie mit einem Bein im Gefängnis/Schuldturm stehen, sobald sie auf ihrer Homepage fremdes Bildmaterial verwenden. Das liegt vor allem an der absurden Rechtslage in Deutschland, die es Anwälten ermöglicht, horrende Gebühren für das Schreiben eines Briefes wegen einer echten oder vermeintlichen Urheberrechtsverletzung zu verlangen.Selbst die Verwendung von Bildern, die bei Wikipedia bzw. Wikimedia Commons unter einer der beliebten „Creative Commons Lizenzen“ (CC-Lizenz) eingestellt wurden, wird immer wieder gerne abgemahnt. Landen diese Fälle vor Gericht, urteilen die Gerichte mal Hü und mal Hott: Einmal entscheiden sie wie das OLG Köln im Oktober 2014, dass bei CC-Lizenzen grundsätzlich kein Schadenersatzanspruch besteht. Nur drei Wochen später verdonnerte hingegen das LG München einen Webmaster zum Schadensersatz. Dazu reichte schon ein meines Erachtens geringer Verstoß des Webseitenbetreibers: Die Urhebernennung bei einem Bild unter der Lizenz CC-BY 3.0 unportedstand nicht als Text unter dem Bild, sondern erschien erst, wenn man die Maus auf das Bild bewegte oder auf die Vergrößerung des Bildes klickte.  Für Webmaster kann die an sich gute Idee hinter den CC-Lizenzen also schnell zum teuren Ärgernis werden.

Wirklich unproblematisch sind nur gemeinfreie Bilder

Symbole public domain / CC0-Lizenz
Uneingeschränkt genutzt werden können nur gemeinfreie Bilder mit public domain / CC0-Lizenz

In aller Regel unproblematisch, weil gemeinfrei, sind sehr alte Werke:  in Deutschland laufen Urheberrechte 70 Jahre nach dem Tod des Autors aus. Ansonsten kann ich jedem Webmaster nur raten, sofern es nur irgendwie geht auf Bilder mit dem Zeichen public domain (CC0-Lizenz) zu setzen. Bei diesen verzichten die Urheber/-innen ausdrücklich auf alle Rechte, auch auf das Recht der Namensnennung. Damit sind Rechtsverletzungen und folglich auch (erfolgreiche) Abmahnungen ausgeschlossen.

Bei allen anderen Creative-Common-Lizenzen ist entsprechende Vorsicht geboten. Helfen können Programme, welche die Lizenzangaben automatisch richtig setzen. Für diesen Blog nutze ich beispielsweise das sehr empfehlenswerte Plugin ImageInject. Dieses greift auf derzeit zwei Bilddatenbanken zu: Einerseits auf flickr. Hier zeigt das Plugin dann nur Bilder mit Creative Commons Lizenz an (auf flickr stehen Bilder unter allen möglichen Lizenzen). Andererseits auf Pixabay, wo sich ausschließlich public domain Bildmaterial findet.

Praxistipp: Gemeinfreie Bilder von Pixabay

Damit bin ich beim Praxistipp der Woche: Die Bilddatenbank Pixabay.  Hier können sich Webmaster wirklich nach Herzenslust bedienen, denn alle 600.000 verfügbaren Bilder, Vektorgrafiken und Illustrationen sind frei von Urheberrechten und unter Creative Commons CC0 (= Aufgabe aller Rechte durch die Urheber/-in) veröffentlicht! Das einzige kleine Manko ist, dass nach der Suche in der ersten Zeile in der Regel unfreie Bilder (von shuttershock u.ä.) angezeigt werden. Mit dieser Werbung finanziert sich Pixabay anscheinend. Hier muss man also etwas aufpassen. Die unfreien Bilder sind aber klar gekennzeichnet und ab der zweiten Zeile finden sich dann die eigentlich gewünschten gemeinfreien Bilder:

Screenshot Pixabay Webseite
Pixabay ist sehr empfehlenswert – nicht nur für Cat Content! Etwas aufpassen muss man, da (nur) in der ersten Reihe unter dem Punkt „Kommerzielle Bilder“ (hier rot hinterlegt) unfreie Bilder eines kommerziellen Anbieters angezeigt werden. Diese Bilder sind hier im Screenshot geschwärzt – um Abmahnungen zu vermeiden 😉

Freiwillig kann man einzelnen Autoren oder den Plattformbetreibern etwas spenden. Außerdem kann man sich dort einfach registrieren und selbst eigene Bilder für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Ich habe mir das auf jeden Fall vorgenommen, sobald mir mal wieder ein gutes Foto gelingt.

PS: Während flickr zum Yahoo-Konzern gehört (ja den gibt’s immer noch…), wird Pixabay von einer Neu-Ulmer GbR betrieben. Mein persönlicher Dank geht an Hans Braxmeier und Simon Steinberger fürihren Beitrag zum Utopia eines freien Internets!

Kennt ihr noch weitere empfehlenswerte Bilddatenbanken mit freien Inhalten? Für Cliparts nutze ich openclipart.org.  Ich bin dankbar für weitere Tipps!

Dr. Klaus Neumann ist Historiker in Berlin und Autor des Blogs DigitalHammer.net. Er interessiert sich besonders für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelt. Er hat unter anderem Bücher zur Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland (2013) und zur „Freiheit am Arbeitsplatz“ (2015) veröffentlicht.

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