Screenshot der Homepage f-droid.org (25.04.2016)

Android-Apps mit Datenschutz: F-Droid statt Google Play

Die meisten Menschen nutzen den „Google Play Store“ um Apps für ihr Android-Smartphone herunterzuladen oder zu aktualisieren. Dieser App Store und vielfach auch die dort angebotenen Apps sind aber leider Datenkraken. Die gute Nachricht: Es gibt einen App Store, bei dem man nicht auf den Datenschutz zu verzichten braucht: F-Droid.

Problem: „Gratis“ ohne Datenschutz = teuer

Ich persönlich nutze mein Android-Smartphone aus Datenschutzgründen ganz ohne Google-Konto (dazu muss man beim erstmaligen Hochfahren des Smartphones gefühlt 27Mal auf „nein, ich will wirklich kein Google Konto“ klicken…). Mit dieser Entscheidung besteht die Alternative „Google Play Store“ ohnehin nicht. Denn um möglichst viele der Daten eines Nutzers zusammenführen und kommerziell verwerten zu können, setzt Google für die  Nutzung des Play Stores ein Google-Konto voraus. Ähnlich verhält es sich bei den anderen großen App-Stores von Apple, Windows & Co.

Motto des kommerziellen WWW: Zahlen Sie bar, mit Ihren Daten, oder mit beidem? <small>Photo by jarmoluk (Pixabay, CC0)</small>
Motto des kommerziellen WWW: Zahlen Sie bar, mit Ihren Daten, oder mit beidem? Photo by jarmoluk (Pixabay, CC0)

Doch auch wer sich für ein Nutzerkonto bei Google & Co. entschieden hat, sollte sich beim Installieren jeder App überlegen, ob diese wirklich „gratis“ ist. Die generelle Regel lautet: In der Welt des kommerziellen Internets gibt es nichts geschenkt. Du bezahlst entweder in Euro, oder mit Deinen Daten, oder mit beidem. Dass Dienste wie „Google Maps“ nur vermeintlich gratis sind, dürfte sich inzwischen ja herumgesprochen haben. Der Preis für die Nutzung der diversen google Services und „Standort-Dienste“ ist, das man als Nutzer*in die Macht über seine eigenen Daten verliert. So erstellt Google beispielsweise Bewegungsprofile, die präziser sind als alles, was sich die DDR-Staatssicherheit jemals hätte erträumen können. Aber selbst so harmlose daherkommende Software wie „Taschenlampen-Apps“ werden von kommerziellen Anbietern oft mit dem einzigen Zweck konstruiert, Deine Daten zu sammeln und an „Werbe-Dienstleister“ weiter zu verkaufen.

Lösung: Der App-Store F-Droid

Zum Glück gibt es eine Alternative:  F-Droid ist ein AppStore, der ausschließlich Apps anbietet, bei denen es sich um [simple_tooltip content='“Frei“ steht hierbei für die Freiheit, die Funktionsweise der Software verstehen und sie verändern zu können. Als Nutzer*in kontrolliert man also (zumindest potentiell) die Software, nicht umgekehrt. Dadurch wird auch eine Kontrolle über die eigenen Daten erleichtert.‘]Freie[/simple_tooltip] [simple_tooltip content=’Diese Freiheit wird ermöglicht, indem der Quellcode der Software nicht geheim, sondern transparent veröffentlicht und zur Veränderung bzw. Weiterentwicklung lizensiert („open“) ist‘]Open Source[/simple_tooltip] Software („Free/libre Open Source Software“, kurz FOSS oder FLOSS) handelt. Betrieben wird F-Droid  von der nicht profitorientierten F-Droid Limited mit Sitz in England. Die Apps werden F-Droid kostenlos von Entwickler*innen zur Verfügung gestellt. Auf den Datenschutz dieser Apps kann man sich in der Regel verlassen. Beispielsweise haben Informatiker der Technischen Universität Darmstadt  bereits mehrere datenschutzfreundliche Android-Apps entwickelt und auf F-Droid veröffentlicht. Außerdem zeichnet sich F-Droid durch große Transparenz aus: Bei jeder App wird angezeigt, auf welche Bereiche des Smartphones sie Zugriff hat. Bei bestimmten Apps wird zudem deutlich sichtbar vor „Antifeatures“ gewarnt. Antifeatures sind Nachteile, die mit der Benutzung bestimmter Apps aus Sicht von F-Droid beziehungsweise der FLOSS-Bewegung verbunden sind. F-Droid macht auf diese Nachteile aufmerksam und wir als Nutzer*innen können uns  dann überlegen, ob die betroffene App so gut ist, dass wir diesen Nachteil in Kauf nehmen und die App trotzdem benutzen möchten.

Download und Installation von F-Droid

F-Droid ist simpel zu installieren. Einfach mit dem Smartphone auf die Homepage gehen und auf Download klicken. Für die Installation muss man nicht mal eine Email-Adresse angeben. Was man allerdings tun muss ist, in Android unter

Einstellungen >> Gerätesicherheit >> Unbekannte Quellen

die „Installation von Apps von anderen Quellen als Play Store“ zu erlauben. Diese Einstellung ist standardmäßig deaktiviert, was von Google als „Sicherheitsfeature“ verkauft wird. Letztlich handelt es sich dabei aber um eine äußerst fragwürdige Praktik, die meiner Meinung nach vor allem dazu dient, Nutzer*innen in den Google Play Store zu locken und potentiell von alternativen, besseren Angeboten abzuschrecken.

Bedienung und Installation von Apps

Auch die Bedienung ist weitgehend selbsterklärend. Die Auswahl der Apps ist natürlich deutlich kleiner als in kommerziellen Stores, aber es findet sich doch eine ganze Reihe sehr nützlicher Apps. Ich selbst bin nicht gerade ein intensiver App-Nutzer, habe aber derzeit immerhin 15 für mich sinnvolle Apps über F-Droid gefunden und installiert. Wenn für eine installierte App eine Aktualisierung verfügbar ist, weist F-Droid unter dem Puntk „Aktualisierungen“ darauf hin. Abschließend noch ein paar Screenshots. (Erläuterungen dazu erscheinen beim Klick auf ein Bild oder [simple_tooltip content=’Mauszeiger auf das Bild bewegen‘]mouseover[/simple_tooltip])

 

Ich hoffe, der Tipp war nützlich für Euch! Fragen und Anmerkungen zu F-Droid gerne in die Kommentare!

Dr. Klaus Neumann ist Historiker in Berlin und Autor des Blogs DigitalHammer.net. Er interessiert sich besonders für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arbeitswelt. Er hat unter anderem Bücher zur Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland (2013) und zur „Freiheit am Arbeitsplatz“ (2015) veröffentlicht.

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